Jun 172012
 

Der Google-Mitarbeiter Tim Bray hat kürzlich vorgeschlagen einen neuen HTTP-Statuscode einzuführen für Inhalte die aus legalen Gründen nicht verfügbar sind. Der vorgeschlagene Code ist 451, und das nicht ohne Grund. Es gab dazu verschiedenste Meinungen, wie man schön an Peter Piksas Blogeintrag und den Kommentaren darunter sieht.

Ich persönlich halte den Statuscode für eine gute Idee. Versteht mich nicht falsch, ich finde es nicht gut daß wir ihn brauchen, aber als Reaktion auf die aktuelle Lage finde ich ihn sinnvoll. Die aktuelle Situation ist ja daß es Sperrungen aus juristischen Gründen gibt, und man sich die Information darüber aus der Seite ansich herausparsen muss. Mit Statuscode 451 ist es problemlos möglich diese Situation zu erkennen und darauf zu reagieren. Die Reaktion kann sein den Zustand zu dokumentieren (Nibbler sprach da von “Kartographierung”: https://twitter.com/nblr/status/213090140795580416) oder die Information zu nutzen um sich den “gesperrten” Inhalt über ausländische Proxies zu besorgen – automatisiert.

Zudem sagt dieser Code ja schon alleine aus was von dieser Art der Sperre zu halten ist: Nichts. Er ist quasi eine Ohrfeige für die Leute die Sperrungen veranlassen, und rückt die Sperrung bewusst in die Nähe eines (wenn auch fiktiven) totalitären Regimes in dem Information strafbar ist.

Natürlich kann man es so sehen daß es eine Kapitulation vor der Situation ist, ein erster Schritt zur Akzeptanz der Zensur, das sehe ich allerdings anders. Es ist ein Anerkennen der Lage, ein Arrangieren, kein Kapitulieren. Der Code ansich zeigt ja schon daß die Situation nicht wünschenswert ist und somit geändert werden muss. Auch die Möglichkeit diesen Code extern einzuschmuggeln, ähnlich wie bei den DNS-Websperren, ist gegeben, aber: Wer einen 451 einschmuggeln kann könnte auch einen 404 einschmuggeln oder ganz andere Dinge machen. Einen entscheidenden Schritt sehe ich da nicht – im Gegensatz zum Aufbau der dafür notwendigen Infrastruktur, der unterbunden werden muss.

SunTsu

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