Apr 282011
 

Ahoi Piraten,

etwas geht mir schon lange im Kopf herum: Ich sehe bei vielen von Euch erste Anzeichen des Burnout-Syndroms. Um den Artikel der Wikipedia zu zitieren:

Ein Burnout-Syndrom (englisch (to) burn out: „ausbrennen“) bzw. Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt

Das wird sicher jedem bekannt vorkommen der sich den aktuellen Zustand der Parteienkommunikation ansieht.

Aus diesem Grund möchte ich jeden bitten der ähnliches bei sich bemerkt: Nehmt Euch zurück! Ja, das meine ich ernst. Eine Partei wie die Piraten lebt vom Mitmachen, und zwar möglichst langfristig. Mit Leuten die frisch hereinkommen, dann bis zum umfallen ackern und dann plötzlich wegbrechen ist niemandem wirklich geholfen.

Bei allem Enthusiasmus:

Zieht Grenzen!

Macht nur was ihr wirklich machen wollt, und vorallem nur soviel wie ihr könnt. Wie auch im Berufsleben ist es wichtig Grenzen zu setzen, sonst geht man schnell unter und wird überfordert. Überforderung führt zu Frust und im Endeffekt auch zum Burnout.

Habt noch ein Leben neben den Piraten!

Es gibt nicht wenige Piraten die in ihrer Freizeit fast ausschliesslich von Piraten umgeben sind. Hobby? Piraten. Freunde? Piraten. Langeweile? Abhängen im dicken Engel oder sonstigen Mumble-Räumen. Ich halte das nicht für gesund. Egal wohin man schaut nur Piraten zu sehen führt für mich zu einem eingeschränkten Blickwinkel und einer Art “orangenem Elfenbeinturm”. Ausserdem gibt das unterbewussten Druck, denn es schränkt einen in der Entscheidungsfähigkeit ein – angenommen man möchte die Piraten verlassen oder Pause machen, wie sollte man das tun? Es gibt keinerlei Rückzugsort mehr, man müsste sein ganzes soziales Umfeld verlassen.

Lasst Euch nicht unter Druck setzen

Gerade in den letzten Tagen habe ich mehrfach Vorwürfe gelesen wie daß Piraten doch gefälligst ihre ganze Energie in die politische Arbeit bei den Piraten zu stecken haben. Das ist völliger Unsinn, lasst Euch da nichts erzählen. Es handelt sich um eine ehrenamtliche und somit freiwillige Arbeit, ihr entscheidet worein Ihr wieviel Energie steckt.

Andersherum gilt:

Setzt andere nicht unter Druck

Nur weil Ihr 40h in der Woche für die Piraten arbeiten könnt, können und wollen das andere nicht, und ihr habt auch keinen Anspruch darauf daß sie es tun. Akzeptiert die Grenzen Anderer. Es ist schön daß ihr die Energie dazu habt, aber macht niemandem zum Vorwurf daß sie es nicht können oder wollen.

Ja, es gibt Arbeit die gemacht werden muss, und Pflichtbewußtsein ist toll, aber das hat Grenzen. Leute das um die Ohren zu hauen was man selber tut ist unfair. Ihr macht das auch weil ihr es machen wollt.

Habt kein schlechtes Gewissen

Wenn ihr Pause macht: macht Pause. Erholt Euch, entspannt Euch, macht was ihr wollt, aber eins nicht: Habt kein schlechtes Gewissen weil ihr gerade nichts für die Piraten macht.

Denkt immer daran, die Piraten sind ein Vehikel kein Selbstzweck. Wir haben Ziele die wir erreichen wollen, aber dabei dürfen wir keine menschlichen Ruinen hinterlassen.